Meditation

SITZENDE MEDITATION

SITZHALTUNG

Es ist wichtig, eine aufrechte Sitzhaltung einzunehmen, denn sie fordert die Konzentrationsfähigkeit. Der Rücken sollte gerade sein, anfänglich übt es sich leichter auf einem Sitzkissen. Anfänger oder Personen, die Bein- oder Kniebeschwerden haben, können einfach locker sitzen. Wer es schafft, kann einen Fuß auf den anderen Oberschenkel legen. Kinder und Geübte können den Lotossitz einnehmen. Bei Männern soll zuerst der linke Fuß auf den rechten Oberschenkel und der rechte Fuß auf den linken Oberschenkel gelegt werden. Bei Frauen soll zuerst der rechte Fuß auf den linken Oberschenkel und dann der linke Fuß auf den rechten Oberschenkel gelegt werden. Die Arme bilden eine lockere runde Form, die Hände vor den Unterbauch halten, Daumen leicht aneinander, Handflächen nach oben. Männer sollen die linke auf die rechte Hand legen, bei Frauen hingegen soll die rechte Hand auf die linke Hand gelegt werden. Die Augen leicht schließen. Der Mund ist ebenfalls geschlossen, mit der Zungenspitze leicht den Gaumen berühren. Natürlich durch die Nase ein- und ausatmen. Der ganze Körper entspannt sich von Kopf bis Fuß.

Man kann sich statt auf ein Sitzkissen auch auf einen Stuhl setzen. Diejenigen, die wegen Altersschwäche, Beschwerden oder Krankheit nicht auf dem Boden sitzen können, sollten so meditieren. Für Menschen, die im Büro tätig sind, ist die Sitzhaltung ebenso praktisch. Man kann z. B. jederzeit ein paar Minuten meditieren. Dabei ist nur ein Drittel der Sitzfläche einzunehmen. Es ist zu vermeiden, mit dem Rücken die Lehne zu berühren, sonst wird der Energiefluss im Körper gestört. Die Hände können vor dem Unterbauch gehalten werden oder legen Sie sie einfach auf die Knie.

GEISTREGULIERUNG

Beim Meditieren soll man sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Alle Aufgaben, Probleme, Sorgen oder Ärger lassen wir beiseite. Der Geist ist achtsam, auf die eigene Person gerichtet. Er lässt sich weder durch äußere Erscheinungen noch durch innere Gedanken beirren. Es ist normal, dass man anfangs die innere Ruhe nur schwer findet. Mancher ist sogar nervös dabei. Es fallt schwer, den Kopf auszuschalten. Selbst ein erfahrener Meister kann nicht gleich in sich hinein sinken. Vermeiden Sie, die Gedanken zu verdrängen. Der Geist ist wie der Himmel, Iassen Sie die Gedanken auftauchen und verschwinden, wie die Wolken kommen und gehen, der Geist soll ihnen nicht folgen. Manche Meister empfehlen, um zur Ruhe zu kommen, die Atembewegung zu zählen. Man kann langsam und ruhig nur das Ausatmen zählen, ohne auf das Einatmen zu achten, von eins bis zehn, dann wieder von vorne. Dadurch kann der Geist allmählich abgelenkt werden. Meiner Erfahrung nach kann man sich leicht auf den Dantian-Punkt konzentrieren, um den Geist zu beruhigen und den Kopf zu leeren. Dantian ist nicht wirklich ein Punkt, sondern eine Körperregion und bedeutet »das Meer der Energie«. Es liegt zwei bis drei Finger breit unter dem Bauchnabel im Inneren. Dantian ist ein energetisches Zentrum des menschlichen Körpers und spielt deswegen eine" wichtige Rolle für die Gesundheit. Hier beginnen drei Hauptmeridiane wie Ren Mai (Konzeptionsgefäß), Du Mai (Lenkergefäß) und Chong Mai (Durchdringendes Gefäß), die mit zwölf Hauptmeridianen zusammentreffen. Hier wird die Lebensenergie gesammelt und gespeichert. Durch Gedankenkraft kann sich der Geist leicht auf Dantian hin konzentrieren. Aber vermeiden Sie, die Gedanken zu stark und ganz auf Dantian zu fixieren. Jeglicher Zwang kann den Energiefluss stören.

Sie richten den Blick achtsam nach innen und sinken allmählich in sich hinein. Wenn die Beine wehtun, halten Sie dies aus und geben Sie nicht einfach gleich auf. Der Schmerz wird vorbeigehen. Versuchen Sie so lange zu meditieren, wie Sie können. Vergessen Sie die Zeit. Wenn Sie müde, schläfrig oder zerstreut sind, konzentrieren Sie sich immer wieder auf den Dantian-Punkt. Dabei sollen Sie nur einen klaren Gedanken haben: Ich bleibe in der Meditation.

 

Quelle: „Die 5 Geheimnisse des Shaolin“ Ding Ding

 



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